Bankenverband unterstützt bei Umsetzung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes

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Der Bundestag hat das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz beschlossen. Der Bundesrat wird dem Gesetzesbeschluss voraussichtlich am 31. März 2017 zustimmen. Demnach müssen künftig große, insbesondere börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern im Lage- bzw. Konzernlagebericht oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Bericht ihre wesentlichen Risiken darstellen, die im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange sowie zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung bestehen. Auch sind eine Beschreibung des Geschäftsmodells sowie Angaben zu Konzepten und deren Ergebnissen, zu Due-Diligence-Prozessen beispielsweise, erforderlich. Zu berichten sind dabei Angaben, die für das Verständnis der Lage und der Auswirkungen der Kapitalgesellschaft erforderlich sind. Darüber hinaus haben bestimmte Unternehmen ihre Erklärung zur Unternehmensführung durch präzisere Angaben zu den Diversitätskonzepten für Leitungsorgane der Unternehmen zu ergänzen.

Der Gesetzgeber hat den Unternehmen ein hohes Maß an Handlungsflexibilität bei der Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange belassen. Diese Flexibilität bedingt eine Vielzahl von Herausforderungen für die Anwender, insbesondere für die betroffenen mittelständischen Finanzdienstleister. Das CSR-RUG gibt einerseits nur allgemein vor, über welche Belange im Rahmen einer nicht-finanziellen Erklärung grundsätzlich berichtet werden muss. Andererseits ist der Gesetzgeber bestrebt, dass ein hinreichender Grad an Vergleichbarkeit der nichtfinanziellen Bericht-
erstattung gewährleistet wird. Um gerade die mittelständischen Banken, die bisher nicht über Nachhaltigkeitsaspekte berichtet haben und künftig der Berichtspflicht unterliegen, zu unterstützen, hat der Bankenverband in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung deshalb eine Orientierungshilfe vorgelegt, die folgende Vorteile bringt:

  • Der DNK bietet für die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Leistungen eine klare Orientierung auf Wesentlichkeit und Transparenz.
  • Er beschreibt die Mindestanforderungen für Unternehmen und Organisationen, was unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu berichten ist. Der RNE hat angekündigt, den DNK nach Verabschiedung des CSR-RUG noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zügig anzupassen.
  • Der DNK kann von Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Rechtsform und unabhängig vom Unternehmenssitz genutzt werden. Der derzeitige Anwenderkreis aus der Wirtschaft umfasst große und kleine, öffentliche und private Unternehmen, Organisationen mit und ohne vorher existierender Nachhaltigkeitsberichterstattung, kapitalmarktorientierte Unternehmen und solche, die Anspruchsgruppen (Stakeholder) über ihre unternehmerischen Nachhaltigkeitsleistungen einfach nur informieren wollen.
  • Der DNK macht die Nachhaltigkeitsleistungen und den Stellenwert der Nachhaltigkeit im Kerngeschäft von Unternehmen und Organisationen sichtbar, besser vergleichbar und ermöglicht so die umfassende Bewertung unternehmerischer Leistungs- und Zukunftsfähigkeit.
  • Die Europäische Kommission hat den DNK als einen möglichen Standard zur Erfüllung der nichtfinanziellen Berichterstattungspflichten benannt. Genauso wird in der Gesetzesbegründung des CSR-RUG der DNK beispielhaft als Rahmenwerk aufgeführt, an dem sich die Unternehmen bei der nichtfinanziellen Berichterstattung orientieren können.

Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes, meint dazu: „Bei den im Gesetz geforderten Mindestvorgaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung sind viele Details noch klärungsbedürftig. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist hier eine gute Richtschnur, weil praxisbezogen erläutert wird, wie Berichterstattung auch in der Kreditwirtschaft genutzt werden kann.“

Hier geht es zum Leitfaden des Bankenverbandes: „Nichtfinanzielle Berichterstattung und Deutscher Nachhaltigkeitskodex. Orientierungshilfe für Mittelständische Banken“

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